Mittwoch, 23. März 2011

Luxor, Abydos & Dendara

Das letzte Wochenende war ich mit Kiki in Luxor, und haben die fast touristenfreie Stadt und die Tempel drum herum genossen. Da es für uns beide nicht das erste Mal in Luxor war und wir beim letzten Mal schon die großen Tempel in und um Luxor herum besichtigt hatten, haben wir bei diesem Besuch zwei Tempel besichtigt, die ein ganzes Stück außerhalb von Luxor liegen, nämlich die Tempelanlagen Abydos und Dendara.
Abydos liegt etwa 160 km nördlich von Luxor und war dem Totengott Osiris gewidmet. Dieser Tempel war für die alten Ägypter der wichtigste Pilgerort, den jeder Ägypter damals einmal in seinem Leben besucht haben sollte, denn es hieß, dass Osiris' Kopf hier begraben war.Der Tempel in Abydos ist einer der besterhaltensten Tempel Ägyptens und besonders beeindruckend war für mich, wie gut die Farben im Inneren des Tempels noch erhalten waren.Im Eingangsbereich läuft man durch eine riesige Säulenhallen. Unglaublich, wenn man sich vorstellt, mit welchen primitiven Werkzeugen und Hilfsmitteln die Menschen früher so etwas bauen konnten!Im Gegensatz zu den Grabkammern im Tal der Könige, in denen nach dem Tod eines Pharaos ja immer sehr schnell gearbeitet werden musste (die Pharaos wurden manchmal ja nicht besonders alt und die Gräber wurden nach dem Tod ja verschlossen) hatten die Menschen in den Tempeln mehr Zeit und das merkt man an vielen kleinen Details. Das ist mir besonders bei dieser Darstellung aufgefallen:Diese fast noch vollständig bunt erhaltenen Kammern waren sehr beeindruckend. Hier steht Kiki in einer der Kammern.Von Abydos aus fuhren wir zu den Tempelanlagen in Dendara, die der Göttin Hathor gewidmet waren. Auch hier war außer uns und zwei anderen Besuchern keine Menschenseele. Auch hier war im Eingangsbereich des Haupttempels eine große Säulenhalle. Besonders unter der Decke waren hier die Farben noch gut erhalten. Auf dem Dach des Tempels gibt es ein kleines Kanalssystem, das das Regenwasser zu Wasserspeiern leitete. Die Menschen glaubten, dass das Wasser, das zuvor über heilige Worte auf dem Tempeldach geflossen war, besondere Heilkräfte hatte. Hier seht ihr einige der Wasserspeier. Auf der Tempelanlage gibt es außer dem Hathor-Tempel auch noch einen römischen Tempel, eine koptische Basilika (die seht ihr auf dem Bild unten) und einen heiligen See (der ist allerdings schon längst ausgetrocknet und einen Tempel, der der Göttin Isis geweiht war.
Danach ging es zurück nach Luxor, wo wir erstmal etwas gegessen haben mit Blick auf den wunderschönen blauen Nil. Wir haben diesmal auf der Westseite gewohnt, das ist die ruhigere und grünere Hälfte von Luxor. Es ist echt so grün, im Vergleich zu Hurghada! So hat es bei uns um die Ecke ausgesehen:Und solche Warane sollen in den Kanälen des Nils hausen:Um in das Zentrum zu kommen, mussten wir dann also über den Nil übersetzen. Hier seht ihr rechts schon in klein den Luxor Tempel.Abends waren wir dort auf dem Souq. Dort war die Tatsache, dass kaum Touristen da waren, für uns eher unvorteilhaft. Alle Aufmerksamkeit hat sich auf uns gerichtet und es war echt ein stressiger Spießrutenlauf durch die engen Gassen. Obwohl es wirklich schöne Sachen dort zu kaufen gab (und ich auch einige Sachen gekauft habe), war ich irgendwann doch echt wieder froh, aus dem Trubel heraus zu kommen! Und abends konnten wir uns dann auch noch den Luxor Tempel bei Nacht anschauen. Das war dann ein schöner Abschluss des Tages!

Samstag, 12. März 2011

Die Schule läuft jetzt wieder seit drei Wochen und der Schulalltag hat mich wieder. Die einzige Änderung war bisher, dass wir aus Sicherheitsgründen den Faschingsumzug dieses Jahr am Rosenmontag ausfallen haben lassen. Da war aber nun wirklich niemand traurig darüber, denn weder Kinder, Eltern und schon gar nicht Lehrer mochten diesen Umzug (es war eine reine Werbeveranstaltung für die Schule). Der Unterricht wird im Juli zwei Monate verlängert, das sind weniger erfreuliche Neuigkeiten, aber irgendwie müssen wir den verpassten Schulstoff eben nacharbeiten. Drückt mir also die Daumen, dass unsere Klimaanlagen in der Schule bei knapp 50°C nicht den Geist aufgeben werden!
Meine Schwester Kiki ist letzte Woche zu Besuch gekommen. Und obwohl es ja ihr Urlaub ist, waren wir heute doch fleißig und haben mitgeholfen, Hurghada zu säubern und haben stundenlang Müll aufgesammelt bei einer Putzaktion in meinem Stadtviertel. Vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn wir haben nur in zwei Straßen gearbeitet und selbst diese nicht vollständig vom Müll befreien können. Aber wir haben viele Ladenbesitzer und Anwohner zum mitputzen motiviert und ich bin mir sicher, die werden sich beim nächsten Mal zweimal überlegen ob sie den Müll einfach wieder auf die Straße schmeißen oder die paar Meter zur nächsten Mülltonne laufen. Viele Menschen, die uns nicht tatkräftig helfen konnten oder wollten, wollten uns aber trotzdem was Gutes tun und haben uns anderweitig unterstützt. Von den Kioskbesitzern haben wir Getränkedosen bekommen, der Saftladen hat uns frisch gepressten Saft gesponsert, der Obsthändler hat uns Bananen gebracht und ein Mann hat großzügig seine Zigaretten an uns verteilt (bei den beiden letzteren Angeboten habe ich danken abgelehnt). Oh, eine Kappe mit Hurghada drauf hat ein Junge an uns verteilt, die hab ich aber gleich an meinen Doorman weiter verschenkt. Nachdem wir also hart gearbeitet haben, haben wir uns einen schönen Nachmittag an der Marina gemacht.