Mittwoch, 17. Februar 2010

Aschermittwoch

Fasching ist vorbei, auch hier bei uns in Hurghada. Es war bei uns ja auch nur ein Tag, von daher alles nicht so dramatisch. Hier ein Bild von meiner Klasse bei der Schulpolonäse.Der Faschingsumzug nach der Schule war dann aber extrem anstrengend. Bei uns spielt neuerdings nämlich auch das Wetter verrückt. Bei euch ist es zu kalt, aber bei uns ist es grad echt viel zu heiß für die Jahreszeit! Wir mussten bei über 30°C marschieren, ohne Schatten und das fast eine Stunde lang. Dazu kommt, dass es gerade ungewöhnlich schwül ist. Normalerweise ist es hier im Sommer zwar echt heiß, aber immer sehr trocken und somit viel besser auszuhalten. Die Luftfeuchtigkeit ist aber gerade echt zu viel. Für morgen sind auf wetter.de 100% Luftfeuchtigkeit in Hurghada vorausgesagt! Ehrlich gesagt dachte ich, dass es 100% gar nicht gibt! Heute waren es "nur" 66%. Ich bin froh, dass wir in der Schule unsere Klimanalagen haben. Die im Lehrerzimmer ist leider gerade kaputt, da geht man doch umso lieber zum Unterricht in die Klassenzimmer!

Samstag, 6. Februar 2010

Neulich im Einkaufszentrum...

Am Donnerstag Abend war ich ein bisschen einkaufen. Ich wollte eigentlich eine Schürze kaufen für mein Faschingskostüm. Ich schlendere da durch die Läden im Einkauszentrum in Dahar. Ich finde sogar Schürzen (allerdings echt hässlich und aus Plastik) und komme wieder raus aus dem einen Laden, und was sehe ich da?
Mitten in dem Einkaufszentrum findet eine Hochzeitsfeier statt!!

Sonntag, 31. Januar 2010

Masr, Masr, Masr!

Ägypten hat den Afrika Cup gewonnen!! 1:0 gegen Ghana! Hurghada steht Kopf und ich schätze mal, dass die Kinder morgen sehr müde in die Schule kommen werden. Ich aber auch, denn leise feiern können die Ägypter irgendwie nicht...

Freitag, 29. Januar 2010

Eine schlaflose Nacht liegt hinter mir: Ägypten hat gestern im Africa Cup im Halbfinale ihren Erzfeind Algerien besiegt. 4:0 sogar! Autokorsos mit Hupkonzerten, Geschrei, Gesänge und Krach auf alle erdenklichen anderen Weisen die ganze Nacht durch... Meine Straße ist ja sonst nicht so laut, aber gestern war es extrem und da rächt sich eine Erdgeschosswohnung mit Schlafzimmerfenster zur Tür doch extrem! Heute ist die ganze Stadt ein Fahnenmeer und man sieht die ägyptische Flagge echt überall!
Letzte Woche gab es viel zu tun. Zeugnisse mussten geschrieben werden, wir haben ein neues Zeugnisformular bekommen, dass die Arbeit echt nicht erleichtert hat. Weil es halb deutsch, halb arabisch geschrieben ist, und die Schriften also manchmal von links nach rechts und manchmal von rechts nach links gingen, war es ein ganz schönes Gefriemel und dann musste ich noch bis zum letzten Tag auf die Noten aus dem Arabisch-Bereich warten und alles auf den letzten Drücker noch ausdrucken, unterschreiben, stempeln, kopieren und in Umschläge sortieren. Dann war auch noch unser Sportfest diese Woche und wir bekommen am Sonntag schon wieder wichtigen Besuch an die Schule. Also mussten wir nach der Schule noch Überstunden machen und die Schule neu dekorieren... nach dem Wasserschaden war die Schule nämlich nicht mehr so ansehnlich. Jetzt sieht aber alles wieder super aus! Ich bin dafür ein bisschen kaputt, aber ich hab ja morgen noch einen Tag zum Ausruhen!

Montag, 18. Januar 2010

Regenfrei

Schon gestern morgen lag der Regen in der Luft. Man konnte förmlich riechen, dass es noch regnen würde! Wurde ja auch mal wieder Zeit, der letzte Regen liegt ja nun schon fast ein Jahr zurück! Wobei Regen beim letzten Mal schon eher eine Übertreibung war, es hatte halt ein bisschen genieselt. So etwas hatte ich dann also auch gestern erwartet und es kam dann auch gestern Abend. Ich bin dann irgendwann schlafen gegangen und dann erst gegen drei Uhr morgens wieder aufgewacht. Es gab ein heftiges Gewitter und der Regen kam wie aus Kübeln. Heute morgen kam ich dann gerade aus der Dusche und habe eine SMS bekommen, dass die Schule heute ausfallen muss wegen den Regenfällen. Da hatte ich ja noch nicht aus dem Fenster geschaut und hab mir gar nicht vorstellen können, dass der Regen so schlimm gewesen sein konnte. Wir Lehrer wurden in die Schule einbestellt und ich hab mich mit Steffi auf den Weg gemacht. Da ist uns langsam klar geworden, wie schlimm der Regen tatsächlich gewesen ist. Die ganze Sheraton Road stand unter Wasser! Da es hier ja nie regnet, gibt es auch keine Gullys oder eine Kanalisation und das Wasser kann nirgends hinfließen...
Da standen wir erstmal über 20 Minuten und mussten ein Taxi finden. Ein leeres konnten wir nicht bekommen, aber wir haben irgendwann ein halbleeres anhalten können und konnten so zur Schule fahren. Dort gab es dann eine böse Überraschung. Unsere Klassenzimmer standen teilweise unter Wasser, aber da hielten sich die Schäden noch in Grenzen. Im Lehrerzimmer gab es viel schlimmere Wasserschäden und etliche Ordner und Bücher waren klatschnass. Die mussten wir erstmal trocknen und retten was zu retten ging. Die Häuser hier sind wirklich nicht für Regen gebaut und das Wasser kam vom Dach und durch die Klimaanlagen. Deswegen hat es die Schule im ersten Stock auch viel schlimmer erwischt als die Vorschule im Erdgeschoss, da ist zum Glück alles in Ordnung. Besonders schlimm hat es den Kindergarten erwischt, die können erst in einer Woche wieder aufmachen. Bei uns geht es morgen wieder weiter, es sei denn es kommt morgen wieder eine SMS - es ist nämlich für heute noch einmal Regen voraus gesagt!

Donnerstag, 7. Januar 2010

Zurück aus dem Süden

Heute morgen bin ich von meiner Reise in den Süden Ägyptens zurück gekommen. Ich hab dort ein paar echt schöne Tage im Grünen oder in Tempeln verbracht. Ich hab den Nachtbus von Hurghada nach Assuan genommen und war dann morgens in Assuan. Je weiter man in den Süden kommt, desto grüner wird das Land und es gibt ganze Palmenwälder. Und ich finde, nirgendwo sonst sieht der Nil schöner aus. Das war die Aussicht von meinem Hotelzimmer aus:Am ersten Tag war ich erstmal in dem Nubischen Museum in Assuan, um ein bisschen mehr über die Nubier und ihre Geschichte zu erfahren. Viele nubischen Dörfer wurden vom Nasser Staudamm überflutet und heute leben die meisten Nubier im Sudan. Im Museum hatte ich einen lustigen nubischen Führer, der unbedingt wollte, dass ich dieses Foto von ihm mache.Das ist der Blick auf Assuan von dem Museum aus.Abends war ich dann auf dem Basar in Assuan. Der Basar dort ist einer der größten und schönsten in Ägypten. Am nächsten Morgen musste ich sehr früh aufstehen, ich wurde um 2.40 Uhr geweckt und bin dann noch weiter in den Süden nach Abu Simbel gefahren. Man muss so früh losfahren, weil alle Busse in einem Polizeikonvoi nach Abu Simbel fahren. Nach dem Sonnenaufgang waren wir dann am Tempel in Abu Simbel. Der Tempel dort musste vor dem Bau der Nasser Staudamms in einer extrem aufwändigen und 4 Jahre andauernden Rettungsaktion an das neue Ufer des Staudamms 65 Meter höher versetzt werden. Der Tempel wurde dabei in etwa 2000 riesige Steinblöcke geteilt, jeder Block wog dabei zwischen 10 und 40 Tonnen. An dem neuen Standort gab es aber gar keinen Berg, der Tempel war aber ursprünglich in einen Berg hineingebaut. Deshalb wurde ein kompletter Berg nachgebaut, damit der Tempel so aussieht, wie er auch ursprünglich geplant war. Das fällt einem aber tatsächlich überhaupt nicht auf, und es scheint, als wäre der Tempel dort schon die letzten 5000 Jahre gewesen. Die 40 Millionen Dollar, die der Umzug des Tempels gekostet haben, waren also ihr Geld wert...Auf dem Weg zurück nach Assuan haben wir einen Stopp am Nasser Staudamm gemacht. Es wirkt eher wie das Meer als wie ein See, so groß ist er! Der Nasser Stausee ist der größte künstliche See der Welt. Dann haben wir noch den Philae Tempel besucht. Dieser Tempel liegt auf der Insel Agilkia im Nil und ist nur mit dem Boot zu erreichen. Dieser Tempel ist der Göttin Isis gewidmet. Unser letzter Stopp an diesem Tag war der unvollendete Obelisk. Dieser Obelisk wurde nie fertig gestellt, weil der Stein schon bei der Herstellung einen großen Riss bekommen hat. Man kann aber gut erkennen, wie damals an den Obelisken oder Säulen gearbeitet wurde und wäre er jemals fertig geworden, wäre er bei weitem der größte Obelisk in Ägypten geworden mit einer Länge von über 40 Metern. Am nächsten Tag habe ich die Fähre auf die Elephantine Insel genommen, eine Insel in der Mitte des Nils. Auf dieser Insel kann man die Überreste der alten Stadt Abu noch sehen. Die alten Ruinen sind über 5000 Jahre alt. Abu bedeutete übersetzt aus dem Altägyptischen gleichzeitig Elefant und Elfenbein und früher war diese Stadt wichtig für den Handel mit Elfenbein. Auch wenn man es heute nur schwer glauben kann, gab es früher nämlich in der Gegend Elefanten, Giraffen und viele andere Tiere, die mittlerweile hier ausgedtorben sind. Auf der Insel gab es auch den wichtigsten Nilometer in Ägypten. Nilometer sind Treppen in den Nil, die Hinweise geben konnten, wann und in welchem Ausmaß sich der Wasserstand des Nils ändert. Konnte eine gute Ernte erwartet werden, wurden dann auch gleich die Steuern hochgesetzt!Auf der Insel gibt es noch zwei nubischen Dörfer, Koti und Siou, durch die ich dann gelaufen bin und mir ein Lehrer vom Ort, er hieß Hishem, dort noch einiges erzählen konnte. Er wollte mich eigentlich überreden in der Schule dort anzufangen, weil sie ja immer gute Lehrer suchen, aber so schön ich die Insel auch fand, da hab ich dann doch lieber dankend abgelehnt. Aber ein bisschen was über nubische Traditionen habe ich gelernt, z.B. dass Nubier ihr Frühstück immer draußen essen und es dafür vor jedem Haus eine so genannte Mastaba gibt (eine Art Steinbank), auf der man draußen sitzen und frühstücken kann. Und jedes Haus soll ein Dachfenster für die Tauben haben, in denen die Tiere frei leben dürfen und auch niemals gegessen werden (im Gegensatz zu den Ägyptern, die ja sehr gerne Tauben essen!). Nubische Häuser sind meist sehr bunt, besonders beliebte Farben sind gelb (wie die Sonne) und blau (wie der Nil).Von der Elephantine Insel hab ich dann abends mit Hishem ein Ruderboot geliehen und sind zum Westufer gerudert. Dort fängt gleich die Wüste an und wir sind auf eine Wüstendüne geklettert und haben von dort den Sonnenuntergang über der Stadt angegeschaut.Am nächsten Tag ging meine Reise auf der Felukka weiter. Felukkas sind die Segelboote, die man auf dem ganzen Nil finden kann, ganz besonders viele aber in Assuan. Auf einer Felukka ist man dem Nil am nächsten und es ist eine sehr entspannte Art zu reisen. Auf meiner Felukka hab ich dann meine Mitreisenden getroffen, zwei Engländerinnen, ein Finne, eine Amerikanerin und eine Chinesin. Mit uns auf dem Boot war noch unser Kapitän Youssef und Handlanger. Das war "unsere" Felukka:Gemächlich haben wir uns also auf den Weg nach Norden gemacht. Der Wind war ein bisschen schwach, aber zum Glück gibt es ja noch ein bisschen Strömung. So haben wir den Tag auf dem Wasser verbracht, haben lecker auf dem Boot gegessen (echt unglaublich, was die Crew auf dem kleinen Gaskocher zaubern konnte!) und haben erzählt, gesungen und uns die Landschaft angeschaut bis langsam die Sonne unterging.Als es dunkel wurde haben wir dann unser Nachtlager auf dem Boot fertig gemacht und haben uns so warm eingepackt, wie es irgendwie ging, denn auch wenn es tagsüber richtig warm ist, ist es trotzdem Winter hier und die Nächte sind kalt! Am nächsten Morgen haben wir erstmal auf dem Boot gefrühstückt und sind dann mit dem Bus nach Kom Ombo gefahren. Dieser Tempel war dem Krokodilgott Sobek gewidmet und früher lebten in diesem Tempel auch heilige Krokodile.
Von Kom Ombo sind wir weiter gefahren zum Edfu Tempel. Das ist der größte und am besten erhaltene ägyptische Tempel. Edfu ist Horus geweiht, dem Gott in Falkengestalt.
Von Edfu ging es dann weiter mit dem Bus nach Luxor. In Luxor musste ich dann erstmal 4,5 Stunden auf meinen Anschlussbus nach Hurghada warten. Als der Bus dann endlich kam, haben wir in jedem kleinen Ort unterwegs angehalten, in den größeren Orten auch mehrmals. Ich dachte schon, dass wir gar nicht mehr ankommen, aber nach 6 langen Stunden im Bus und einer kurzen Taxifahrt war ich dann doch endlich wieder zu Hause.

Freitag, 1. Januar 2010

Danke IKEA

Natürlich konnte ich keine IKEA-Möbel aus Deutschland mitbringen. Aber ein paar Kleinigkeiten, die meine Wohnung hier noch ein bisschen wohnlicher machen, haben doch noch in den Koffer gepasst. Ich war also gestern schon fleißig und habe den Vorhang aufgehängt mit meiner praktischen Gardinenstange, die man auf Koffergröße zusammenschieben kann und dann wieder auseinander ziehen kann. Die Bettdecke ist auch von IKEA, Wärmestufe 1, das reicht in Ägypten ja sogar im Winter.Dann habe ich mir noch einen Besteckkasten gekauft, um das Chaos in meiner Besteckschublade etwas zu ordnen. Und siehe da, er passt wie angegossen!
So, kaum ist der eine Koffer ausgepackt, fange ich schon bald wieder mit dem Packen an, denn es geht ja bald weiter nach Assuan! Obwohl mich der Gedanke an 8 Stunden Busfahrt im Moment alles andere als begeistert...