Samstag, 30. April 2011

Vorher - Nachher

Zwei Fotos aus Dahab. Eins von vor der Revolution...... und dieses Foto dann aus diesem Jahr nach der Revolution. Na, wer erkennt den Unterschied? ;-)

Donnerstag, 28. April 2011

Osterferien in Dahab

Die letzte Woche hatte ich Osterferien und war in Dahab mit Moritz und Jörg (die beiden habe ich auf dem Weg in Sharm El Sheikh aufgegabelt). Meine treuen Leser haben schon jede Menge Fotos von Dahab gesehen, deswegen heute und jetzt ein paar Fotos von Dahab - aber unter Wasser! Ich habe nämlich dieses Mal ein paar echt schöne Tauchgänge gemacht.Für zwei Tauchgänge sind wir ein bisschen weiter in den Süden gefahren und waren dort bei "The Caves" tauchen, zu deutsch also in den Höhlen! Also so sah es da überirdisch aus:Und so sah es dann in den Höhlen aus. Hier seht ihr mich beim Tauchen!Beim zweiten Tauchgang hatten wir dann echt viel Glück und haben eine Meeresschildkröte gesehen. Die ließ sich von uns nicht beirren und war vollkommen entspannt und hat uns ziemlich nah an sich rangelassen. Das war echt irre! Gerade vor diesem Tauchgang habe ich noch gefragt, wie denn die Chancen sind, eine Meeresschildkröte zu sehen und er meinte, dafür bräuchte man echt viel Glück!Nicht nur das Tauchen war schön in Dahab, auch so hatten wir eine sehr schöne und entspannende Woche zusammen. Der nächste Dahab Besuch wird ja leider etwas länger als sonst auf sich warten lassen müssen, aber ich komme ganz bestimmt wieder!

Samstag, 2. April 2011

Zeitreise

Letzte Woche waren bei uns an der Schule Projekttage und gestern war unser Tag der offenen Tür. Wie immer war alles ein bisschen stressig und chaotisch in der Endspurt-Phase, aber soweit haben wir alles gut hinbekommen. Das Thema der Projektwoche war "Zeitreise". Ich habe mit meiner Klasse einen Animationsfilm gedreht, den ich hier natürlich gerne mit euch teile!

Mittwoch, 23. März 2011

Luxor, Abydos & Dendara

Das letzte Wochenende war ich mit Kiki in Luxor, und haben die fast touristenfreie Stadt und die Tempel drum herum genossen. Da es für uns beide nicht das erste Mal in Luxor war und wir beim letzten Mal schon die großen Tempel in und um Luxor herum besichtigt hatten, haben wir bei diesem Besuch zwei Tempel besichtigt, die ein ganzes Stück außerhalb von Luxor liegen, nämlich die Tempelanlagen Abydos und Dendara.
Abydos liegt etwa 160 km nördlich von Luxor und war dem Totengott Osiris gewidmet. Dieser Tempel war für die alten Ägypter der wichtigste Pilgerort, den jeder Ägypter damals einmal in seinem Leben besucht haben sollte, denn es hieß, dass Osiris' Kopf hier begraben war.Der Tempel in Abydos ist einer der besterhaltensten Tempel Ägyptens und besonders beeindruckend war für mich, wie gut die Farben im Inneren des Tempels noch erhalten waren.Im Eingangsbereich läuft man durch eine riesige Säulenhallen. Unglaublich, wenn man sich vorstellt, mit welchen primitiven Werkzeugen und Hilfsmitteln die Menschen früher so etwas bauen konnten!Im Gegensatz zu den Grabkammern im Tal der Könige, in denen nach dem Tod eines Pharaos ja immer sehr schnell gearbeitet werden musste (die Pharaos wurden manchmal ja nicht besonders alt und die Gräber wurden nach dem Tod ja verschlossen) hatten die Menschen in den Tempeln mehr Zeit und das merkt man an vielen kleinen Details. Das ist mir besonders bei dieser Darstellung aufgefallen:Diese fast noch vollständig bunt erhaltenen Kammern waren sehr beeindruckend. Hier steht Kiki in einer der Kammern.Von Abydos aus fuhren wir zu den Tempelanlagen in Dendara, die der Göttin Hathor gewidmet waren. Auch hier war außer uns und zwei anderen Besuchern keine Menschenseele. Auch hier war im Eingangsbereich des Haupttempels eine große Säulenhalle. Besonders unter der Decke waren hier die Farben noch gut erhalten. Auf dem Dach des Tempels gibt es ein kleines Kanalssystem, das das Regenwasser zu Wasserspeiern leitete. Die Menschen glaubten, dass das Wasser, das zuvor über heilige Worte auf dem Tempeldach geflossen war, besondere Heilkräfte hatte. Hier seht ihr einige der Wasserspeier. Auf der Tempelanlage gibt es außer dem Hathor-Tempel auch noch einen römischen Tempel, eine koptische Basilika (die seht ihr auf dem Bild unten) und einen heiligen See (der ist allerdings schon längst ausgetrocknet und einen Tempel, der der Göttin Isis geweiht war.
Danach ging es zurück nach Luxor, wo wir erstmal etwas gegessen haben mit Blick auf den wunderschönen blauen Nil. Wir haben diesmal auf der Westseite gewohnt, das ist die ruhigere und grünere Hälfte von Luxor. Es ist echt so grün, im Vergleich zu Hurghada! So hat es bei uns um die Ecke ausgesehen:Und solche Warane sollen in den Kanälen des Nils hausen:Um in das Zentrum zu kommen, mussten wir dann also über den Nil übersetzen. Hier seht ihr rechts schon in klein den Luxor Tempel.Abends waren wir dort auf dem Souq. Dort war die Tatsache, dass kaum Touristen da waren, für uns eher unvorteilhaft. Alle Aufmerksamkeit hat sich auf uns gerichtet und es war echt ein stressiger Spießrutenlauf durch die engen Gassen. Obwohl es wirklich schöne Sachen dort zu kaufen gab (und ich auch einige Sachen gekauft habe), war ich irgendwann doch echt wieder froh, aus dem Trubel heraus zu kommen! Und abends konnten wir uns dann auch noch den Luxor Tempel bei Nacht anschauen. Das war dann ein schöner Abschluss des Tages!

Samstag, 12. März 2011

Die Schule läuft jetzt wieder seit drei Wochen und der Schulalltag hat mich wieder. Die einzige Änderung war bisher, dass wir aus Sicherheitsgründen den Faschingsumzug dieses Jahr am Rosenmontag ausfallen haben lassen. Da war aber nun wirklich niemand traurig darüber, denn weder Kinder, Eltern und schon gar nicht Lehrer mochten diesen Umzug (es war eine reine Werbeveranstaltung für die Schule). Der Unterricht wird im Juli zwei Monate verlängert, das sind weniger erfreuliche Neuigkeiten, aber irgendwie müssen wir den verpassten Schulstoff eben nacharbeiten. Drückt mir also die Daumen, dass unsere Klimaanlagen in der Schule bei knapp 50°C nicht den Geist aufgeben werden!
Meine Schwester Kiki ist letzte Woche zu Besuch gekommen. Und obwohl es ja ihr Urlaub ist, waren wir heute doch fleißig und haben mitgeholfen, Hurghada zu säubern und haben stundenlang Müll aufgesammelt bei einer Putzaktion in meinem Stadtviertel. Vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn wir haben nur in zwei Straßen gearbeitet und selbst diese nicht vollständig vom Müll befreien können. Aber wir haben viele Ladenbesitzer und Anwohner zum mitputzen motiviert und ich bin mir sicher, die werden sich beim nächsten Mal zweimal überlegen ob sie den Müll einfach wieder auf die Straße schmeißen oder die paar Meter zur nächsten Mülltonne laufen. Viele Menschen, die uns nicht tatkräftig helfen konnten oder wollten, wollten uns aber trotzdem was Gutes tun und haben uns anderweitig unterstützt. Von den Kioskbesitzern haben wir Getränkedosen bekommen, der Saftladen hat uns frisch gepressten Saft gesponsert, der Obsthändler hat uns Bananen gebracht und ein Mann hat großzügig seine Zigaretten an uns verteilt (bei den beiden letzteren Angeboten habe ich danken abgelehnt). Oh, eine Kappe mit Hurghada drauf hat ein Junge an uns verteilt, die hab ich aber gleich an meinen Doorman weiter verschenkt. Nachdem wir also hart gearbeitet haben, haben wir uns einen schönen Nachmittag an der Marina gemacht.

Freitag, 18. Februar 2011

Der Weg zurück in die Normalität

Seit Mubarak seinen Rücktritt erklärt hat, hat sich die Stimmung im Land gewaltig verändert. Es ist, als wäre ein großer Ruck durch das ganze Land gegangen! Wenn die Ägypter es gemeinsam schaffen, das Regime abzuschaffen, dann schaffen sie alles, was sie wollen! Also heute will ich mal über ein paar positive Dinge schreiben, die die Revolution so mit sich gebracht hat:
Nach dem Anschlag auf die Kirche in Alexandria Ende letzten Jahres war das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen eher angespannt. Doch auf dem Tahrirplatz machte es dann plötzlich keinen Unterschied mehr, welcher Religion man angehört. Alle haben zusammen für das selbe Ziel gekämpft! Als die Moslems Freitags ihre Gebete gemacht haben, haben die Christen sie durch eine Menschenkette geschützt, Sonntags haben die Christen dann gefeiert und die Moslems haben sie abgeschirmt.
Bei uns am Roten Meer trifft es die Menschen gerade echt hart, weil die Touristen ja erstmal wegbleiben (egal ob sie trotzdem kommen wollten oder nicht, die Flüge waren ja gestrichen). Morgen kommen aber zum ersten Mal wieder fünf Flugzeuge aus Deutschland, es gibt nämlich auch Leute, die jetzt gerade ganz bewusst nach Ägypten reisen, um die Leute hier zu unterstützen.
Am Montag gab es hier eine große Party in Hurghada unter dem Motto "I love Egypt". Es gab eine große Bühne mit Livemusik, alle Touristen aus allen Hotels, die gerade noch da sind, wurden mit Bussen hergebracht und Essen und Trinken wurde von Hotels und Restaurants hier gesponsert. Ziel war es eigentlich zu zeigen, dass die Touristen keine Angst haben müssen, wieder herzukommen. Viele Ägypter hatten Schilder auf denen Stand: "Dear Tourists. Don't leave. We'll protect you!" Natürlich gab es auch genug Zeit zu feiern, dass Mubarak weg ist. Besonders gut kam das Lied "Stand up for your rights" an in einer umgedichteten Version über den korrupten Mubarak.
Übers Internet wurden immer wieder die Leute in Kairo dazu aufgefordert, den Tahrir Square so ordentlich wie möglich zu halten. Die Leute wollten nicht, dass der Platz dreckig wird, weil sonst ja die ganze Welt gedacht hätte: wenn die Ägypter nicht einmal den Platz sauber halten können, wie wollen die dann das Land ohne den allmächtigen Mubarak leiten. Also der Platz war tatsächlich immer blitzsauber und nach den großen Freudenfeiern kamen tatsächlich hunderte von Leuten und haben mitgeholfen aufzuräumen. Diese Welle ist heute auch nach Hurghada geschwappt! Ich dachte heute noch, als ich unterwegs war, dass es seltsam war, dass alle Leute am putzen waren. Ich bin die Sheraton Straße entlang gelaufen und überall wurde geputzt und aufgeräumt. Schlaglöcher wurden geflickt, Müll weggeräumt, gekehrt, geschrubbt, es war wirklich seltsam. Als ich dann gerade im Internet war habe ich den Aufruf bei Facebook gesehen, dass heute alle helfen sollen, die Stadt aufzuräumen. Na, also jetzt können die Touris wieder kommen!
Bei mir geht am Sonntag die Schule wieder los nach drei Wochen Zwangspause. Die letzte Woche habe ich mit meiner Klasse Notunterricht gemacht. In einem leerstehendem Frisörladen! War lustig und wir haben das beste aus der Situation gemacht, aber ich freue mich, wenn es wieder ganz normal an der Schule weitergeht.

Freitag, 11. Februar 2011

Achterbahn der Gefühle

Nach 18 Tagen der Proteste kam heute endlich die erlösende Nachricht: der alte Mann geht endlich nun doch! Die letzten zwei Wochen waren zermürbend, langweilig, manchmal hoffnungsvoll und dann doch wieder deprimierend. Der Tag gestern war am allerschlimmsten. Morgens treffe ich noch die Elternvertreterin unserer Schule und wir hatten große Hoffnungen, dass die Schule am Sonntag wieder aufmachen kann. Gegen Mittag kam dann die niederschmetternde Nachricht, dass die Schule vorraussichtlich noch mindestens eine weitere Woche geschlossen bleiben muss. Schon wieder eine weitere Woche, und dann wusste ja niemand, ob es bei der einen Woche bleibt oder ob die Schule sogar noch länger geschlossen bleiben muss. Am späten Nachmittag kamen dann Gerüchte auf, Mubarak könnte zurücktreten. Meine erste Reaktion war Skepsis, aber immer mehr Nachrichtensender waren überzeugt davon, CNN, BBC und ZDF hatten alle ihre Experten, die sich sicher waren, dass er eben dies in seiner Ansprache an das Volk verkündigen würde. Die erste live Ansprache in seiner nun doch schon etwas länger andauernden Amtszeit. Und es wurde verlautet, er würde allen Forderungen der Protestler erfüllen, na wenn das keine guten Aussichten waren. Die Erwartungen stiegen ins Unermessliche, besonders weil die Rede immer wieder nach hinten verschoben wurde. Immer mehr Leute sind auf den Tahrir-Platz geströmt, alle waren in freudiger Erwartungen - und dann diese herbe Enttäuschung!! Was für eine blöde Rede!! Das konnte ja wohl nicht sein Ernst sein! Ich bin irgendwann ins Bett gegangen, meine Laune war extrem schlecht, würde sagen, das war mein persönlicher Tiefpunkt bisher in den letzten zwei Wochen. Und als ich aufgewacht bin, war die Laune immer noch schlecht. Und krank hab ich mich dann auch noch gefühlt, ich wollte eigentlich gar nicht erst aufstehen. Irgendwann musste ich ja dann doch aufstehen und eigentlich wollte ich heute gar keine Nachrichten anschauen. Habe ich dann aber doch irgendwann, und dann wurde da eine Bekanntgabe von Mubarak angekündigt. Ich hatte da überhaupt keine Erwartungen, besonders nicht nach der Rede von gestern. Also war ich echt total überrascht, als dann verkündigt wurde, dass Mubarak zurück tritt. Ich konnte es erst gar nicht glauben! Bei mir im Haus gab es Freudenschreie irgendwo aus den oberen Stockwerken und kurz danach Autokorsos und Jubeltänze auf den Straßen. Dann die Bilder aus Kairo, die werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Tja, und meine Laune war dann auch wieder bestens! Klar ist noch nicht alles geregelt und kleine Unsicherheiten bleiben, aber für heute denke ich da noch nicht dran und freue mich und bin erleichtert, dass das bange Warten, Hoffen, Enttäuschtwerden vor dem Fernseher jetzt hoffentlich erstmal vorbei ist.