Heute morgen bin ich von meiner Reise in den Süden Ägyptens zurück gekommen. Ich hab dort ein paar echt schöne Tage im Grünen oder in Tempeln verbracht. Ich hab den Nachtbus von Hurghada nach Assuan genommen und war dann morgens in Assuan. Je weiter man in den Süden kommt, desto grüner wird das Land und es gibt ganze Palmenwälder. Und ich finde, nirgendwo sonst sieht der Nil schöner aus. Das war die Aussicht von meinem Hotelzimmer aus:
Am ersten Tag war ich erstmal in dem Nubischen Museum in Assuan, um ein bisschen mehr über die Nubier und ihre Geschichte zu erfahren. Viele nubischen Dörfer wurden vom Nasser Staudamm überflutet und heute leben die meisten Nubier im Sudan. Im Museum hatte ich einen lustigen nubischen Führer, der unbedingt wollte, dass ich dieses Foto von ihm mache.
Das ist der Blick auf Assuan von dem Museum aus.
Abends war ich dann auf dem Basar in Assuan. Der Basar dort ist einer der größten und schönsten in Ägypten.
Am nächsten Morgen musste ich sehr früh aufstehen, ich wurde um 2.40 Uhr geweckt und bin dann noch weiter in den Süden nach Abu Simbel gefahren. Man muss so früh losfahren, weil alle Busse in einem Polizeikonvoi nach Abu Simbel fahren. Nach dem Sonnenaufgang waren wir dann am Tempel in Abu Simbel. Der Tempel dort musste vor dem Bau der Nasser Staudamms in einer extrem aufwändigen und 4 Jahre andauernden Rettungsaktion an das neue Ufer des Staudamms 65 Meter höher versetzt werden. Der Tempel wurde dabei in etwa 2000 riesige Steinblöcke geteilt, jeder Block wog dabei zwischen 10 und 40 Tonnen. An dem neuen Standort gab es aber gar keinen Berg, der Tempel war aber ursprünglich in einen Berg hineingebaut. Deshalb wurde ein kompletter Berg nachgebaut, damit der Tempel so aussieht, wie er auch ursprünglich geplant war. Das fällt einem aber tatsächlich überhaupt nicht auf, und es scheint, als wäre der Tempel dort schon die letzten 5000 Jahre gewesen. Die 40 Millionen Dollar, die der Umzug des Tempels gekostet haben, waren also ihr Geld wert...
Auf dem Weg zurück nach Assuan haben wir einen Stopp am Nasser Staudamm gemacht. Es wirkt eher wie das Meer als wie ein See, so groß ist er! Der Nasser Stausee ist der größte künstliche See der Welt.
Dann haben wir noch den Philae Tempel besucht. Dieser Tempel liegt auf der Insel Agilkia im Nil und ist nur mit dem Boot zu erreichen. Dieser Tempel ist der Göttin Isis gewidmet. 

Unser letzter Stopp an diesem Tag war der unvollendete Obelisk. Dieser Obelisk wurde nie fertig gestellt, weil der Stein schon bei der Herstellung einen großen Riss bekommen hat. Man kann aber gut erkennen, wie damals an den Obelisken oder Säulen gearbeitet wurde und wäre er jemals fertig geworden, wäre er bei weitem der größte Obelisk in Ägypten geworden mit einer Länge von über 40 Metern.
Am nächsten Tag habe ich die Fähre auf die Elephantine Insel genommen, eine Insel in der Mitte des Nils. Auf dieser Insel kann man die Überreste der alten Stadt Abu noch sehen. Die alten Ruinen sind über 5000 Jahre alt. Abu bedeutete übersetzt aus dem Altägyptischen gleichzeitig Elefant und Elfenbein und früher war diese Stadt wichtig für den Handel mit Elfenbein. Auch wenn man es heute nur schwer glauben kann, gab es früher nämlich in der Gegend Elefanten, Giraffen und viele andere Tiere, die mittlerweile hier ausgedtorben sind. Auf der Insel gab es auch den wichtigsten Nilometer in Ägypten. Nilometer sind Treppen in den Nil, die Hinweise geben konnten, wann und in welchem Ausmaß sich der Wasserstand des Nils ändert. Konnte eine gute Ernte erwartet werden, wurden dann auch gleich die Steuern hochgesetzt!
Auf der Insel gibt es noch zwei nubischen Dörfer, Koti und Siou, durch die ich dann gelaufen bin und mir ein Lehrer vom Ort, er hieß Hishem, dort noch einiges erzählen konnte. Er wollte mich eigentlich überreden in der Schule dort anzufangen, weil sie ja immer gute Lehrer suchen, aber so schön ich die Insel auch fand, da hab ich dann doch lieber dankend abgelehnt. Aber ein bisschen was über nubische Traditionen habe ich gelernt, z.B. dass Nubier ihr Frühstück immer draußen essen und es dafür vor jedem Haus eine so genannte Mastaba gibt (eine Art Steinbank), auf der man draußen sitzen und frühstücken kann. Und jedes Haus soll ein Dachfenster für die Tauben haben, in denen die Tiere frei leben dürfen und auch niemals gegessen werden (im Gegensatz zu den Ägyptern, die ja sehr gerne Tauben essen!). Nubische Häuser sind meist sehr bunt, besonders beliebte Farben sind gelb (wie die Sonne) und blau (wie der Nil).
Von der Elephantine Insel hab ich dann abends mit Hishem ein Ruderboot geliehen und sind zum Westufer gerudert. Dort fängt gleich die Wüste an und wir sind auf eine Wüstendüne geklettert und haben von dort den Sonnenuntergang über der Stadt angegeschaut.
Am nächsten Tag ging meine Reise auf der Felukka weiter. Felukkas sind die Segelboote, die man auf dem ganzen Nil finden kann, ganz besonders viele aber in Assuan. Auf einer Felukka ist man dem Nil am nächsten und es ist eine sehr entspannte Art zu reisen. Auf meiner Felukka hab ich dann meine Mitreisenden getroffen, zwei Engländerinnen, ein Finne, eine Amerikanerin und eine Chinesin. Mit uns auf dem Boot war noch unser Kapitän Youssef und Handlanger. Das war "unsere" Felukka:
Gemächlich haben wir uns also auf den Weg nach Norden gemacht. Der Wind war ein bisschen schwach, aber zum Glück gibt es ja noch ein bisschen Strömung. So haben wir den Tag auf dem Wasser verbracht, haben lecker auf dem Boot gegessen (echt unglaublich, was die Crew auf dem kleinen Gaskocher zaubern konnte!) und haben erzählt, gesungen und uns die Landschaft angeschaut bis langsam die Sonne unterging.
Als es dunkel wurde haben wir dann unser Nachtlager auf dem Boot fertig gemacht und haben uns so warm eingepackt, wie es irgendwie ging, denn auch wenn es tagsüber richtig warm ist, ist es trotzdem Winter hier und die Nächte sind kalt!
Am nächsten Morgen haben wir erstmal auf dem Boot gefrühstückt und sind dann mit dem Bus nach Kom Ombo gefahren. Dieser Tempel war dem Krokodilgott Sobek gewidmet und früher lebten in diesem Tempel auch heilige Krokodile.Von Kom Ombo sind wir weiter gefahren zum Edfu Tempel. Das ist der größte und am besten erhaltene ägyptische Tempel. Edfu ist Horus geweiht, dem Gott in Falkengestalt.

Von Edfu ging es dann weiter mit dem Bus nach Luxor. In Luxor musste ich dann erstmal 4,5 Stunden auf meinen Anschlussbus nach Hurghada warten. Als der Bus dann endlich kam, haben wir in jedem kleinen Ort unterwegs angehalten, in den größeren Orten auch mehrmals. Ich dachte schon, dass wir gar nicht mehr ankommen, aber nach 6 langen Stunden im Bus und einer kurzen Taxifahrt war ich dann doch endlich wieder zu Hause.
1 Kommentar:
Das sind ja mal wieder tolle Bilder!
Viele Grüsse und noch alles Gute im neuen Jahr! Kiki
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